Feinwerkstatt für Holzblasinstrumente, Meisterbetrieb

Reparatur von Holzblasinstrumenten

Ich führe für Sie hochwertige Reparaturen von Querflöten, Holzquerflöten, Piccoli, Oboen, Fagotten, Klarinetten und Saxophonen aus.

Verwendung ausgewählter Materialien wie Polster aus Norditalien, Straubingerpolster, hochabriebfeste Spezialfilze und Korke aus der Schweiz, die sich im harten Instrumentalisten Alltag bewährt haben.

Auf jede bei mir ausgeführte Generalüberholung gewähre ich ein Jahr Garantie.

Ich führe Umbauten nach Ihren Wünschen aus und erstelle Sonderanfertigungen von individuell an Ihre Ergonomie angepassten Klappen (handgeschmiedet).

Das Ersetzen gebrochener Zapfen z. B. an Oboen und Fagotten, das Ausbuchsen von Tonlöchern bei Rissen oder bei Ausschabungen der Daumenlöcher von Blockflöten gehört ebenfalls zu meinen Leistungen.

Bei größeren Reparaturen und Generalüberholungen ist es sinnvoll, einen Termin zu vereinbaren: schreiben Sie mir.

 

Restaurierung des Heckel Fagottes 7197

Das Heckel 7197 hat viele Jahre auf einem Dachboden geschlummert bevor die Besitzer es entdeckten und zu mir brachten. Die Vernickelung der Mechanik war an vielen Stellen durchgegriffen und das Instrument hatte keine Pianomechanik. Die Rollen für die kleinen Finger waren ebenfalls noch nicht Standart und fehlten. Eine Hoch-D und Hoch E-Klappe wurde angebaut die Pianomechanik nachgerüstet. Das Holz wurde gereinigt und Fehlstellen in der Lackierung behutsam nachgebeizt und Lackiert. Die komplette Mechanik und die Zwingen wurde extrastark neu Versilbert.

Die wunderbare Patina des Holzkorpus kommt jetzt voll zur Geltung und bildet einen schönen Kontrast zum edlen Silberglanz der Klappen. Durch die sorgfältige Abdichtung der Holzröhren und die Wahl besonders dicht schließender Polster kann das Instrument wieder sein ganzes Klangvolumen entwickeln. Die Bilder zeigen jeweils den Zustand vor und nach der Restaurierung. Gerne mache Ich Ihnen ein Angebot zur Restaurierung Ihres Fagottes.

Fagott und Kontrafagott Reparaturen

Die Generalüberholung eines Fagottes erfordert viel Erfahrung und Sorgfalt. Die aufwändige Mechanik dieses Instrumentes funktionniert nur dann einwandfrei und leise, wenn die Klappen präzise zwischen den Säulchen eingepasst sind. Durch das intensive Spiel nutzt die Mechanik mit der Zeit ab und die Mechanik auf den Spitzschrauben fängt an zu wackeln - für den Spieler zeigt sich dieser Verschleiß durch die immer lauteren Klappergeräusche. Es wurden verschiedene Lösungen dieses Problems gesucht - die Firma Moosmann setzt Kugellager ein - bei Püchner Fagotten vermindern Einsätze aus Nylon das Klappengeräusch. Bei vielen Fagotten ist die Mechanik auf konischen Spitzschrauben aus Stahl oder Edelstahl gelagert, die in den Konus aus Neusilber in der Klappe ragen. Bei der Generalüberholung wird jede Klappe einzeln geprüft und die Spitzschrauben je nach Bedarf nachgearbeitet oder ausgetauscht um ein Wackeln der Klappe zu vermindern. Ein hoch viskoses Fett, das den notwendigen kleinen Spielraum ausfüllt (sonst klemmen die Klappen in der trockenen Heizungsperiode) sorgt dann für reibungs- und geräuschlose Bewegung. Verschieden weiche Filze, Leder und Korke dämpfen die  Klappenverbindungen - das Material sollte jeweils so weich sein, dass es optimal dämpft und hart und dauerhart genug gegen Verschleiß.

Das Bergahornholz aus dem Fagotte gebaut sind hat gute Klangeingenschaften und ist leichter als Harthölzer wie Grenadill aus denen moderne Klarinetten und Oboen gefertigt werden. Ein Nachteil des Ahornholzes ist seine Anfälligkeit für Fäulnis. Die Firma Heckel entwickelte um 1900 eine Technik um Flügel und die Sopranröhre im Stiefel mit Kautschuk auszukleiden um eine Durchfeuchtung des Holzes zu verhindern. Diese Erfindung wurde schnell von allen anderen Herstellern kopiert und wurde schon bald Standart. An einigen Stellen am Fagott wird das Holz dennoch beim Spielen feucht - diese gilt es bei der Generalüberholung zu prüfen und zu schützen. Die Tonlöcher und die Tonlochzwirle (Ausfräsung auf der das Polster aufliegt) werden kontrolliert und wenn nötig nachlackiert. Der Zustand der Tonlochzwirle ist entscheidend für die Dichtigkeit des Instrumentes. Teilweise brechen kleine Stellen aus, an denen die Luft entweichen kann - die Addition vieler kleiner Lecks führt zur Abschwächung der tiefen Töne und das Fagott verliert an Kraft und Tragfähigkeit. Deshalb werden bei meinen Generalüberholungen alle Tonlochränder geprüft und Poren aufgefüllt. So können die Polster aus feinstem vegetabil gegerbten Zickelleder optimal schließen.

Bei älteren und viel gespielten Instrumenten kommt es manchmal zu einer Fäulnis im unteren Bereich der Bassröhre im Stiefel. Im Fortgeschrittenen Stadium würde man dann das Holz ausfräsen und durch eine Hülse aus Ahorn oder Kautschuk ersetzten, die genau dem Verlauf der originalen Bohrung entspricht.

 

die dunkle Verfärbung rechts außen ist ein Indikator für die Fäulnis des Holzes
Das faule Holz wird herausgefräst und je nach Wunsch mit einer Hülse aus Ahornholz oder wie hier aus Kautschuk ersetzt.
Bei der Generalüberholung eines Kontrafagottes werden die miteinander verschraubten Tonröhren demontiert und einzeln gereinigt
Beim Putzen einer Kontra-Röhre
Dieser Heckel S-Bogen stammt aus den 30er Jahren und wurde von Wilhelm Heckel aus besonders dünnwandigem Blech hergestellt. Nach über 40 Jahren im Einsatz im Orchester blieb ein Kollege mit dem Pullover hängen und das "S"knickte ab. Der Fagottist schickte den Bogen zu Heckel und zeigte ihn verschiedenen Reparateuren - alle wiesen ihn mit dem Hinweis der Bogen sei irreparabel zurück. Ich machte mich daran das "S" zu richten.
Der gerichtete S-Bogen. Die Lötnaht war durch den Knick an mehreren Stellen aufgeplatzt und ich setzte drei ovale Flicken aus 0,3 mm dünnem Silberblech auf um die Nähte abzudichten.

Reparatur des Heckel Fagottes 5039

Dieses Heckel Fagott wurde umfassend Repariert. Der Lack war bereits einmal erneuert worden und in gutem Zustand, die Mechanik jedoch war stark abgespielt, die Vernickelung an vielen Stellen durchgegriffen und die Lagerung auf den Spitzschrauben ausgeschlagen. Dadurch wackelte die Mechanik und erzeugte das bekannte "Klappergeräusch". Einige Achsen waren stark abgenutzt und auch diese Klappen wackelten stark. Der zweite B-Drücker war von einem Vorbesitzer entfernt worden und die Säulchen-Löcher mit Holzdübeln verschlossen worden. Ziel der Reparatur war nun die gesamte Mechanik neu zu versilbern, das Klappenspiel zu minimieren und den B-Drücker zu ergänzen und die Polster auszutauschen.

Drücker am Flügel mit durchgegriffener Vernickelung
Mechanik vor der Versilberung
Korpus des Fagottes nach Abnahme der Mechanik
An manchen Klappen hatten die Spitzschrauben die Mechanik durch das jahrzehntelange Spiel so stark ausgeweitet, dass eine Buchse angefertigt werden musste
Hier wurde die Buchse eingesetzt - so sitzt die Spitzschraube wieder exakt in der Klappe
Die Mechanik wurde aufwändig geschliffen und poliert um sie zum Versilbern vorzubereiten
Zustand vor Ergänzung des B-Drückers
Das fehlende Säulchen wurde ergänzt und der neue B-Drücker aus Draht geschmiedt, gefeilt, poliert, versilbert und eingesetzt
Die Zwingen werden abgenommen und nach dem Versilbern wieder aufgesetzt
Die neu versilberten Klappen werden aufgesetzt und die Polster erneuert

Umbau eines Mollenhauer Fagottes

Dieses Fagott von "G. Mollenhauer und Söhne Cassel" mit der Seriennummer 823 wurde auf Wunsch des Eigentümers mit drei weiteren Klappen versehen: Ergänzung des Fis-Trillers, Ergänzung der Hoch D-Klappe und Anbau eines Piano-Dauerschließers.

Zustand vor der Ergänzung
Der Zwirl und das Tonloch wurden eingebohrt und die Klappe aufgesetzt
Zustand vor der Ergänzung ein Kuriosum ist der kleine zweite Drücker für die Pianomechanik
Hier werden die Löcher fur die neuen Dauerschließer Säulchen eingebohrt
Detailaufnahme - der Fräser für den Sitz des Säulchens ist selbstgebaut
Manche ältere Dauerschließer legen einen weiten Weg zurück und schnappen mit Schwung und Geräusch zu - diese Ausführung ist bequem zu bedienen und legt einen minimalen Weg zurück
Der Flügel mit ergänzter Hoch D Klappe und Piano Dauerschließer
Bei manchen Instrumenten muss das Hoch D-Loch durch den Stempel gebohrt werden - hier lag er ideal dazwischen

Montage eines Balancehalters für Fagott

Um den Druck auf die linke Hand zu verringern und das Fagott optimal auszubalancieren kann ein Balancehalter montiert werden. Früher gab es häufiger auch Modelle ohne Stift - da die Hebelwirkung des Halters jedoch dazu führen kann, dass der Ring ausbricht würde ich auf jeden Fall zu einem Halter mit Stift raten. Der Stift greit in die Stirnfläche des Stiefels ein und nimmt ein Großteil der Kraft auf.

Balancehalter mit Stift von Mönnig, montiert auf einem Heckel Fagott
Balancehalter Fagott im Vergleich: Oben Mönnig, Mitte: durch die größere Anzahl an Löchern kann das Gewicht fein austariert werden, Unten: original Heckel Balancehalter

Anfertigen einer Fingerauflage

Für Fagottisten mit großen Händen kann eine Fingerauflage an der Bassstange hergestellt werden um die Grifflöcher im Flügel besser zu erreichen und eine Verkrampfung zu vermeiden.

Fingerauflage für den Zeigerfinger der linken Hand aus Kork

Querflötenreparaturen

Generalüberholung einer Powell Flöte mit Straubinger - Polstern

Bei Generalüberholungen von Querflöten wird die Mechanik überarbeitet, so dass die Klappen kein Spiel zwischen den Säulchen haben. Dann wird die Mechanik komplett zerlegt und geputzt. Beulen und Kratzer im Kopf oder im Flötenrohr werden entfernt und die Zapfenverbindungen überarbeitet falls sie zu locker sind. 

Wenn alles wieder blitzt und blinkt werden die Polster eingebaut, der Hauptteil der Generalüberholung. Die Kunst besteht darin, die Polster so zu unterlegen, dass sie rings herum ganz gleichmässig dicht werden. Für die lange Lebensdauer von Polstern ist es entscheidend, dass sie innen im Deckel richtig aufliegen. Sind alle Polster dicht werden die Filze an den Klappen erneuert. Die Auswahl des richtigen Filzes ist wichtig für die Langlebigkeit der Justage: Zu harter Filz klappert zu laut beim Spielen, zu weicher Filz drückt sich schnell ein und die Klappen schließen nicht mehr gemeinsam.

Zum Ölen der Mechanik stehen mir 6 verschiedene Öle und zwei Qualitäten an Fetten zur Verfügung: Sehr präzise Mechaniken benötigen dünnflüssige Öle - je mehr sie durch häufiges Spielen ausgeschliffen sind desto zähflüssiger muss das Öl sein.  Langjährige Erfahrung und die richtige Materialauswahl sorgen für das Gelingen einer guten Querflötenreparatur.

... gut zu erkennen sind hier die Einzelteile, die normalerweise fest mit dem Instrument verschraubt sind - wie die Scheiben, die die Polster im Deckel halten...
Prüfen der Dichtigkeit eines Flötenrohrs mit aufgelöteten Tonlöchern Mithilfe des Microhelic Dichtigkeitsprüfgeräts
Generalüberholung einer Helmuth Hammig Flöte mit aufgelöteten Tonlöchern und Hoch G-A Triller

Flötenpolsterkunde

Mittlerweile wurden sehr unterschiedliche Flötenpolster entwickelt, die jeweils Ihre Vor- und Nachteile und verschiedene Klangeigenschaften haben. Im folgenden werden die wichtigsten vorgestellt.

Der "Klang" eines Polsters ist spürbar sollte jedoch nicht überbewertet werden - das wichtigste für den Klang der Flöte ist, dass die Polster zuverlässig decken - erst dann schwingt die Flöte gut durch und die Tiefe entwickelt Volumen und Kraft.

Das klassische Filzpolster der Aufbau besteht aus einem Papprücken - früher traditionell aus Spielkartenkarton, einem dicken und relativ weichen Wollwebfilz und dem Überzug mit Goldschlägerhaut (auch Fischhaut genannt - wird wie Saiten für historische Streichinstrumente aus Darm gewonnen , eine hauchdünne ca 0,005mm und sehr reißfeste Haut, die das Polster luftdicht macht) diese Polster werden immer noch in vielen Flöten eingesetzt - durch den weichen Filz passen sie sich gut auch an etwas unebene Tonlochränder an - der Klang ist eher etwas dunkler - durch den weichen Filz ist der Rand des Polsters etwas undefiniert was bei Handmadeflöten mit kleinen Deckeln Probleme bereiten kann
traditioneller Spielkartenkarton als Polsterrücken
Das Straubingerpolster wurde in den USA entwickelt. Es hat statt dem Rücken aus einer Pappscheibe einen Korpus aus Kunststoff - der Rand ist hochgezogen, so dass die Goldschlägerhaut sehr scharfkantig an der Polsteraußenseite bleibt - statt Filz hat das Polster eine dünne Einlage aus Alcantara (Microfaserstoff) gut geeignet für Handmadeflöten mit kleinen Deckeln - das Polster ist sehr dünn und hart und gleicht Unebenheiten des Tonlochs nur wenig aus - die Tonlöcher müssen perfekt plan sein damit das Polster gut deckt, sorfältig eingebaut sind die Polster stabil und zuverlässig - der Klang ist etwas heller als beim Filzpolster
Original Nagahara-Polster haben einen aufwändigen Schichtaufbau: Rücken aus Pappe, Filz, Zwischenschicht aus Pappe, Alcantara und Goldschlägerhaut - Nagahara Polster sind manchmal etwas instabil und neigen zu Nachträglicher Veränderung so dass ein zuverlässiges Decken nicht immer gewährleistet ist
Die von Muramatsu entwickelten Polster haben einen Korpus aus Messing - auch hier ist der Rand hochgezogen - als Polsterung dient eine dünne Scheibe Silikon und eine Schicht Alcantara - überzogen mit Goldschlägerhaut - Muramatsupolster sind etwas weicher als Straubinger und decken sehr gut und dauerhaft - durch den Rücken aus Messing gleichen sie keinerlei Unebenheiten aus so dass die Tonlochränder sehr plan sein müssen
Eine Zeitlang waren diese Polster mit dickwandigem Kunststoffkorpus in Mode - sie haben statt Filz eine dünne Schicht aus Schaumstoff und statt Goldschlägerhaut einen Überzug aus Goldfolie - die Polster sind recht hart und decken nicht optimal

Reparatur eines gebrochenen Zapfen

Diese Holzflöte wurde bei einer Spielpause auf einem Sessel abgelegt - kurze Zeit später setzte sich jemand... Die Flöte brach an ihrer dünnsten Stelle - am Zapfen - entzwei. Die Reste des Zapfen steckten noch im Kopfstück.

der Zapfen der Flöte brach durch - das Holz ist hier nur ca 0,6 mm dick.
mit diesem selbst hergestellen Zapfenfräser wurde der Stumpf des alten Zapfen herausgefräst.
Hier sehen sie das Mittelstück der Flöte - mit der Frasung.
Ein neuer Zapfen wurde aus Genadill gedreht und die Ringe aus Neusilber ergänzt.
Hier ist der neue Zapfen eingesetzt und bekorkt

Piccolo Generalüberholung

Die Polster bei Piccoloflöten sind einer viel stärkeren Durchfeuchtung ausgesetzt als bei der großen Böhmflöte. Besonders die hinteren Klappen, also Gis, Daumen und Triller werden oft nass. Konventionelle Fischhautpolster gehen deshalb schnell kaputt und quellen auf - so wird das Piccolo undicht.

Deshalb baue ich bei Generalüberholungen in die hinteren Klappen wasserfeste Naturkorkpolster ein - oder als Alternative Silikon-Korkpolster. Sie haben einen Rücken aus Naturkork mit einer ca 0,7 mm dicken Beschichtung aus Silikon. Diese Polster erreichen eine sehr gute Dichtigkeit und sind absolut wasserfest.

 

Hier sehen sie die Silikon-Korkpolster, gut sind die beiden Schichten zu erkennen
Ein demontiertes Holzpiccolo mit Fischerkopf, es wird komplett mit den Silikon-Korkpolstern ausgestattet
Das fertig überholte Piccolo

Oboenreparaturen

Wenn bei einer Oboe ein Riss durch die Tonlöcher entsteht,
werden die gerissenen Zwirle ausgefräst,
Buchsen aus Naturkautschuk gedreht
und eingesetzt
Drehen eines Englischhorn-Becherrings

Klarinettenreparaturen

Wenn bei einer Klarinette ein Zapfen ausbricht -
wird er ganz abgenommen und mit dem hinten im Bild liegenden Fräser in das Mittelstück gebohrt -
dann wird ein neuer Zapfen gedreht und eingesetzt.
Zum Schluss wird der Kork aufgeklebt und die Mechanik wieder montiert